Fassadensanierung

Daniel Dalla Corte • 10. August 2026

Fassadensanierung: Werterhalt und Energieeffizienz vereint


Lesezeit: ca. 10 Minuten     Stand: 10. August 2026     Von Daniel Dalla Corte


Die Fassadensanierung ist die wichtigste Massnahme zur energetischen Aufwertung eines Bestandsbaus. Über ungedämmte Aussenwände gehen 20 bis 25 Prozent der Heizenergie verloren. Eine Fassadensanierung mit Dämmung kostet in der Schweiz 2026 zwischen CHF 85 und 260 pro Quadratmeter, im Durchschnitt CHF 170. Eine reine Fassadenrenovation ohne Dämmung liegt bei CHF 80 bis 180 pro Quadratmeter. Förderungen über das Gebäudeprogramm betragen CHF 40 bis 80 pro Quadratmeter, plus Steuerabzug. Eine sanierte Fassade spart bis 40 Prozent Heizkosten und hält 30 bis 40 Jahre. Von Architekt Daniel Dalla Corte, Ermatingen.


Das Wichtigste in Kürze

  • Fassadensanierung Bandbreite in der Schweiz 2026: CHF 80 bis 500 pro Quadratmeter, je nach Umfang (fassaden-renovieren.ch).
  • Fassadendämmung: CHF 85 bis 260 pro Quadratmeter, Durchschnitt CHF 170 (handwerker-kosten.ch, Juni 2026).
  • Förderung durch das Gebäudeprogramm: CHF 40 bis 80 pro Quadratmeter, je nach Kanton.
  • Zwei Grundsysteme: Kompaktfassade (WDVS) und vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF).
  • Empfohlene Mindestdämmstärke: 16 Zentimeter für eine gute Wärmedämmung.
  • Ungedämmte Aussenwände verursachen 20 bis 25 Prozent des Wärmeverlusts eines Gebäudes.
  • Eine sanierte Fassade spart 30 bis 40 Prozent der Heizkosten (fassaden-renovieren.ch).
  • Ein modernes WDVS hält 30 bis 40 Jahre. Bei fachgerechter Ausführung kann die Nutzungsdauer bis 60 Jahre erreichen.


Die Fassade ist die äusserste Haut des Hauses. Sie trägt die Farbe, die Struktur, den Charakter. Und sie ist die grösste Wärmeverlustfläche, die ein Gebäude besitzt.

Eine Fassade zu sanieren, heisst nicht nur ihre Oberfläche zu erneuern. Es heisst, die Wärme des Hauses zu bewahren und den Charakter des Ortes zu respektieren.

In diesem Beitrag zeige ich, wann eine Fassadensanierung nötig wird, welche Systeme zur Wahl stehen, was sie kostet und wie Sie den Prozess klug angehen. Mit konkreten Zahlen für 2026 und meiner Erfahrung aus 20 Jahren Praxis am Bodensee.


Wann wird eine Fassadensanierung nötig?

Nicht jede alte Fassade muss saniert werden. Aus 20 Jahren Praxis kenne ich sechs Anzeichen, bei denen ich Bauherren zu einer ernsthaften Prüfung rate.

1. Risse im Verputz. Feine Haarrisse sind meist harmlos. Risse breiter als ein Millimeter oder Risse an konstruktiven Übergängen (Ecken, Fenster, Dächer) deuten auf strukturelle Probleme hin und sollten fachlich abgeklärt werden.

2. Abplatzungen und Hohlstellen. Wenn der Verputz sich löst oder beim Anklopfen hohl klingt, hat er die Haftung zum Untergrund verloren. Das ist ein klares Sanierungssignal.

3. Feuchteflecken. Dunkle Flächen, insbesondere an Wetterseiten oder Sockeln, zeigen Feuchtigkeit an. Ursachen können aufsteigende Nässe, undichte Dachrinnen oder def defekte Fugen sein.

4. Algen und Pilzbefall. Grüne oder schwarze Beläge deuten auf Feuchtigkeit und mangelnden Anstrichschutz. Sie sind kosmetisch, aber auch ein Warnzeichen.

5. Hoher Heizenergiebedarf. Wenn Ihr Heizenergieverbrauch bei ähnlichen Winterbedingungen über die Jahre steigt, kann eine schlechte Fassadedämmung ein Grund sein. Kalte Aussenwände führt zu Zugerscheinungen und Behaglichkeitsproblemen.

6. Alter über 30 Jahre. Ein Verputz erreicht typisch 30 bis 40 Jahre, ein Anstrich 15 bis 20 Jahre. Bei einer Fassade älter als 30 Jahre lohnt sich eine grundsätzliche Prüfung.


Eine erste Beurteilung kann ein Fachmann in ein bis zwei Stunden vor Ort durchführen. Bei Zweifeln empfiehlt sich ein GEAK Plus mit thermografischer Untersuchung. Mehr zur Sanierungsstrategie im Überblick finden Sie in meinem Beitrag zur Sanierung im Bestand.

Eine Fassade spricht ihre eigene Sprache. Wer sie zu lesen lernt, muss sie nicht erneuern, sondern begleiten.


WDVS oder VHF? Die zwei Fassadensysteme im Vergleich

Für die energetische Sanierung stehen zwei etablierte Systeme zur Wahl. Der Fachratgeber von Martin Bonauer 2026 fasst die Systementscheidung so zusammen: WDVS ist die wirtschaftlichste Lösung, VHF bietet mehr Gestaltungsfreiheit.

WDVS: Wärmedämm-Verbundsystem (Kompaktfassade). Das Wärmedämm-Verbundsystem besteht aus Dämmplatten (meist Styropor oder Steinwolle), Armierungsgewebe und einem Deckputz. Alle drei Schichten sind fest miteinander verklebt. Kosten ab CHF 93 pro Quadratmeter bei 16 Zentimeter Styropor (Daibau). Bei höheren Dämmstärken bis CHF 180 pro Quadratmeter. Lebensdauer 30 bis 40 Jahre. Vorteile: günstig, schnell, Klassiker in der Sanierung. Nachteile: begrenzte Gestaltungsmöglichkeiten, empfindlicher bei mechanischer Belastung.

VHF: Vorgehängte hinterlüftete Fassade. Eine Trag-Konstruktion aus Metall oder Holz steht vor der Aussenwand. Dazwischen liegt die Dämmung, davor eine hinterlüftete Bekleidung aus Holz, Faserzement, Metall oder Keramik. Kosten CHF 200 bis 400 pro Quadratmeter je nach Material. Lebensdauer 40 bis 60 Jahre. Vorteile: freie Materialwahl, hohe bauphysikalische Sicherheit, spätere Reparatur einzelner Elemente möglich. Nachteile: teurer, aufwendige Detailplanung.


Für den Thurgauer Bodenseeraum empfehle ich VHF-Systeme mit Holzbekleidung, wenn der Bauherr das gestalterische Potenzial nutzen will und die Investition tragbar ist. WDVS ist die richtige Wahl bei begrenzten Budgets, bei Neubauten und bei Standardsanierungen ohne besondere Anforderungen. Mehr zur ehrlichen Materialwahl finden Sie in meinem Beitrag zu Materialität und Haptik.


Die Wahl des Dämmstoffs beeinflusst rund 15 bis 25 Prozent der Gesamtkosten.

Welche Dämmung ist die richtige?

Die Wahl des Dämmstoffs beeinflusst rund 15 bis 25 Prozent der Gesamtkosten. Der Daibau-Ratgeber nennt fünf gebräuchliche Optionen für Schweizer Fassaden.

EPS (Expandiertes Polystyrol / Styropor). Der Klassiker im WDVS-System. Günstig, gut dämmend, einfach zu verarbeiten. Lambda-Wert 0,032 bis 0,040 W/mK. Nachteil: nicht diffusionsoffen, brennbar (Zusatzstoffe reduzieren aber die Brandlast).

Mineralwolle (Steinwolle oder Glaswolle). Beste Brandschutzeigenschaften. Wird beim WDVS und VHF eingesetzt. Lambda-Wert 0,032 bis 0,040 W/mK. Vorteil: nichtbrennbar, gute Schallschutzwirkung. Nachteil: etwas teurer als EPS, empfindlicher bei Feuchte.

Holzfaser (Holzweichfaser). Ökologisch und diffusionsoffen. Speicherfähigkeit sorgt für angenehmes Raumklima im Sommer. Lambda-Wert 0,038 bis 0,045 W/mK. Vorteil: nachhaltig, gute Sommerhitze-Bilanz. Nachteil: dickere Aufbauten nötig, teurer als EPS.

Kork. Natürlich, diffusionsoffen, langlebig. Kann sichtbar als Fassadenbekleidung eingesetzt werden. Lambda-Wert 0,040 W/mK. Nachteil: mit Abstand teuerste Option.


Vakuumdämmung. Innovative Lösung für besondere Fälle. Sehr dünn (2 bis 3 cm ersetzen 15 cm EPS), aber sehr teuer. Bei Denkmalschutzobjekten oder engen Grundstücken die einzig mögliche Lösung, wenn die Grenzabstände eng sind.

Meine Praxisempfehlung für die Ostschweiz: Bei einem konventionellen WDVS 16 Zentimeter Mineralwolle oder EPS. Für Bauherren mit ökologischem Anspruch 20 Zentimeter Holzfaserplatten. Bei einer VHF-Konstruktion mit Holzbekleidung sind 20 Zentimeter Holzfaserplatten die konsequenteste Lösung. Mehr zu ökologischer Bauweise in meinem Beitrag zu Holzbau im Wohnbau.


Wie setzen sich die Kosten einer Fassadensanierung zusammen?

Die Bandbreite ist gross. Für ein Einfamilienhaus mit rund 150 Quadratmeter Fassadenfläche liegen die Kosten zwischen CHF 12’000 (reine Renovation) und CHF 85’000 (VHF-System mit Holzbekleidung).


Kostenstufen für die Schweiz 2026

  • Reinigung und Anstrich: CHF 30 bis 80 pro Quadratmeter
  • Reine Verputzsanierung ohne Dämmung: CHF 80 bis 180 pro Quadratmeter
  • WDVS mit 16 cm EPS: CHF 90 bis 130 pro Quadratmeter
  • WDVS mit 16 cm Mineralwolle: CHF 120 bis 170 pro Quadratmeter
  • WDVS mit 20 cm Holzfaser: CHF 160 bis 220 pro Quadratmeter
  • VHF mit Faserzement-Bekleidung: CHF 200 bis 300 pro Quadratmeter
  • VHF mit Holzbekleidung (Lärche unbehandelt): CHF 250 bis 400 pro Quadratmeter
  • VHF mit Keramik oder Naturstein: CHF 350 bis 500 pro Quadratmeter


Kostenfaktoren

  • Gerüst: CHF 15 bis 25 pro Quadratmeter Gerüstfläche
  • Untergrundvorbereitung, alte Fassade abtragen: CHF 20 bis 60 pro Quadratmeter
  • Fenster- und Türenschutz während der Arbeiten: CHF 10 bis 20 pro Quadratmeter
  • Detaillierung um Fenster, Türen, Anschlüsse: 15 bis 25 Prozent der Gesamtkosten
  • Baugesuch (bei Fassadenverkänderung): CHF 500 bis 3’000
  • Architektenhonorar / Bauleitung: 8 bis 12 Prozent der Baukosten
  • Sicherheitspuffer: 15 Prozent, bei Altbauten vor 1990 mit möglichem Asbest 25 Prozent


Regionale Preisunterschiede: Fassaden in den Grossäumen Zürich, Genf und Basel sind rund 25 Prozent teurer als in ländlichen Regionen wie dem Thurgau. Wer flexibel plant, kann in der Nebensaison (Oktober bis März) 10 bis 15 Prozent sparen. Detailanalyse bei
handwerker-kosten.ch.


Welche Förderungen gibt es für die Fassadensanierung?

Die Fassadendämmung wird grossügig gefördert. Das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen zahlt für die Aussenwand-Dämmung 2026 zwischen CHF 40 und 80 pro Quadratmeter, je nach Kanton.


Förderbeiträge im Überblick. Die Auszahlung erfolgt nach Fertigstellung gegen Vorlage der Rechnungen und eines Nachweises über die eingebrachte Dämmstärke. Bedingung: Der U-Wert der sanierten Fassade muss den kantonalen Mindestwert erreichen (meist 0,20 W/(m²K) oder besser).

Wichtig: Antrag vor Baubeginn. Wer den Auftrag schon erteilt hat, geht leer aus. Dieselbe Regel gilt für alle Förderprogramme in der Schweiz. Rechnen Sie 4 bis 8 Wochen zwischen Antragstellung und Förderzusage ein.

Steuerlicher Abzug. Zusätzlich zur Förderung sind die Sanierungskosten vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Bei einem Grenzsteuersatz von 30 Prozent sparen Sie weitere 30 Prozent der Nettoinvestition. Ein CHF 20’000-Zuschuss wird so effektiv zu CHF 26’000 Ersparnis.


Für eine typische Fassadensanierung eines Einfamilienhauses (150 m² Fassadenfläche) mit WDVS ergeben sich damit: CHF 20’000 bis CHF 30’000 Förderung, plus CHF 10’000 bis 20’000 Steuerersparnis. Von einer Bruttoinvestition von CHF 25’000 bis 35’000 bleiben netto oft weniger als CHF 15’000. Ausführlicher zu den Förderprogrammen in meinem separaten Beitrag zur Sanierung im Bestand.


Die klimapolitischste Investition der Schweiz ist eine gedämmte Fassade. Sie sparen Kosten, das Land spart CO2. Beide gewinnen.


Praxisbeispiel: Fassadensanierung in Ermatingen

Eine Bauherrin in Ermatingen plant 2026 die Fassadensanierung ihres 1985 erbauten Einfamilienhauses. Fassadenfläche 160 Quadratmeter, bestehender Verputz stellenweise beschädigt, keine Bestandsdämmung, GEAK-Kategorie E.


Ausgangslage

  • Fassadenfläche: 160 Quadratmeter
  • Bestandsdämmung: keine
  • Verputz: Risse, Abplatzungen an Wetterseiten
  • Baustil: konventionell, keine denkmalpflegerischen Auflagen
  • Zielstandard: GEAK B, mit Photovoltaikanlage und Wärmepumpe


Gewählte Lösung

  • WDVS mit 20 Zentimeter Mineralwolle (nichtbrennbar, langlebig)
  • Silikonharzputz als Deckputz (langlebiger als Kunstharz)
  • Wärmefarbige Anstrichfarbe (energetisch neutral, gestalterisch neutral)


Kostenaufstellung

  • WDVS 160 m² à CHF 150/m²: CHF 24’000
  • Untergrundvorbereitung und alte Fassade abtragen: CHF 4’800
  • Gerüst 250 m² Gerüstfläche à CHF 20/m²: CHF 5’000
  • Detaillierung Fenster und Türen: CHF 6’000
  • Anstrich mit Silikonharzfarbe: CHF 3’200
  • Baugesuch und Bauleitung 12 %: CHF 5’200
  • Puffer 15 %: CHF 7’250

Gesamtkosten brutto: CHF 55’450. Förderung Gebäudeprogramm (CHF 60/m²): CHF 9’600. Steuerabzug bei Grenzsteuersatz 30 %: CHF 13’700. Netto-Investition: CHF 32’150. Kosten pro Quadratmeter Fassadenfläche netto: CHF 200.


Ergebnis und Nutzen

  • U-Wert der Fassade: von 1,4 auf 0,18 W/(m²K) reduziert
  • Heizenergieeinsparung: rund 40 Prozent, entspricht CHF 1’200 bis 1’800 pro Jahr
  • Amortisationszeit: 15 bis 20 Jahre
  • Wertsteigerung der Liegenschaft: rund CHF 45’000 (Verbesserung GEAK-Klasse und modernes Erscheinungsbild)
  • Bauzeit: 6 Wochen


Das Praxisbeispiel zeigt: Eine Fassadensanierung ist keine reine Kostenfrage. Sie ist eine Investition in Wärmekomfort, Werterhalt und Klimaschutz gleichermassen. Mehr zu den strategischen Vorüberlegungen finden Sie in meinem Beitrag zur Sanierung im Bestand.


Welche Fehler sollten Sie bei der Fassadensanierung vermeiden?

Aus 20 Jahren Praxis kenne ich sechs Wiederholungsfehler, die Bauherren Zehntausende Franken kosten.


1. Untergrund nicht prüfen lassen. Wer eine Dämmung auf einen instabilen Verputz aufbringt, schafft spätere Schäden. Untergrund unbedingt professionell beurteilen lassen.

2. Dämmstärke unterdimensionieren. Unter dem kantonalen Mindestwert gibt es keine Förderung und Kondensationsprobleme sind wahrscheinlicher. Sparen Sie nicht am wichtigsten Teil.

3. Detaillierung vernachlässigen. Anschlüsse an Fenstern, Türen, Dachrändern und Sockeln sind die wichtigsten Stellen. Sind sie schlecht ausgeführt, drohen Wärmebrücken und Feuchteschäden. Hier zeigt sich der Unterschied zwischen einem soliden und einem billigen Handwerker.

4. Förderantrag zu spät stellen. Wer den Auftrag schon erteilt hat, bekommt keine Förderung. Verlassen Sie sich nicht auf spätere Kulanz. Der Antrag muss vor Baubeginn eingereicht sein.

5. Fensterersatz separat planen. Alte Fenster in einer neuen Fassade sind Unsinn. Fenster müssen mit der Fassade gemeinsam saniert werden, sonst sind die Anschlussdetails suboptimal und die Energieeffizienz leidet.

6. Nur billigste Offerte wählen. Preisunterschiede von 20 bis 30 Prozent zwischen Offerten sind normal (fassaden-renovieren.ch). Der Preis ist ein wichtiges, aber nicht das einzige Kriterium. Referenzen, Qualifikation und Vertragsbedingungen zählen mindestens ebenso.


Sparen an der Fassade ist wie sparen am Wintermantel. Man merkt es zuerst nicht, aber spätestens im Februar.


Wie läuft eine Fassadensanierung ab?

Der zeitliche Ablauf einer Fassadensanierung folgt einer klaren Sequenz. Fünf Etappen über 4 bis 8 Monate, je nach Umfang.


1. Bestandsaufnahme und Konzept (Monat 1). Fachliche Beurteilung des Untergrundes, Vermessung, U-Wert-Berechnung, Wahl des Systems und der Dämmung. Falls nötig thermografische Untersuchung.

2. Bewilligung und Förderantrag (Monat 2 bis 3). Bei veränderter Fassade Baugesuch (kantonal unterschiedlich). Förderantrag beim Gebäudeprogramm einreichen. Parallel: Ausschreibung an Fachbetriebe.

3. Auftragserteilung nach Bewilligung (Monat 3 bis 4). Erst nach Bewilligung und Förderzusage vergeben. Vertragswerk sorgfältig prüfen, SIA-Norm 118 vereinbaren, klare Fristen und Auflagen.

4. Ausführung (Monat 4 bis 6). Gerüst aufstellen, Vorbereitung, Dämmung, Detaillierung, Deckputz, Anstrich. Die reine Ausführungszeit beträgt für ein EFH 4 bis 8 Wochen bei trockenem Wetter.

5. Abnahme und Förderauszahlung (Monat 7 bis 8). Bauabnahme mit sorgfältiger Prüfung. Nachweise für das Gebäudeprogramm einreichen, Förderauszahlung nach vier bis acht Wochen.


Zur Bauabnahme und ihren rechtlichen Details finden Sie einen ausführlichen Beitrag in meinem separaten Text zum Brandschutz im Wohnbau, das auch die brandtechnischen Aspekte der Fassadenwahl beleuchtet.



Sie planen eine Fassadensanierung im Thurgau oder am Bodensee? Dalla Corte Architects hilft Ihnen bei der Systemwahl, der Kostenkalkulation und dem Förderantrag. Von der Bestandsaufnahme bis zur Bauabnahme. Drei Wochen für die Machbarkeit. Ein Termin.

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Was kostet eine Fassadensanierung in der Schweiz 2026?

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine Fassadensanierung in der Schweiz 2026?

Zwischen CHF 80 und 500 pro Quadratmeter, je nach Umfang. Eine reine Renovation ohne Dämmung ab CHF 80/m², ein WDVS mit Dämmung ab CHF 90/m², eine VHF-Konstruktion mit Holzbekleidung ab CHF 250/m². Durchschnittspreis Fassadendämmung 2026: CHF 170/m² (handwerker-kosten.ch).


Welche Förderungen gibt es?

Das Gebäudeprogramm fördert die Aussenwand-Dämmung mit CHF 40 bis 80 pro Quadratmeter, je nach Kanton. Antrag zwingend vor Baubeginn. Zusätzlich sind Sanierungskosten vom steuerbaren Einkommen abziehbar (30 Prozent Steuerersparnis bei entsprechendem Grenzsteuersatz).


Wie viel Heizenergie spare ich mit einer gedämmten Fassade?

Rund 30 bis 40 Prozent der Heizkosten (fassaden-renovieren.ch). Bei einem Einfamilienhaus mit CHF 3’500 Heizkosten pro Jahr sparen Sie also CHF 1’000 bis 1’400 jährlich. Die Amortisationszeit liegt bei 15 bis 20 Jahren.


Was ist der Unterschied zwischen WDVS und VHF?

Das WDVS (Kompaktfassade) besteht aus verklebten Schichten: Dämmung, Armierung, Putz. Kosten günstig ab CHF 90/m², Lebensdauer 30 bis 40 Jahre. Die VHF (vorgehängte hinterlüftete Fassade) hat eine Trag-Konstruktion mit hinterlüfteter Bekleidung. Teurer ab CHF 200/m², aber gestalterisch flexibler und langlebiger (40 bis 60 Jahre).


Welche Dämmstärke ist nötig?

Kantonal unterschiedlich, meist mindestens 14 bis 16 Zentimeter für den Förderanspruch. Empfohlen sind 16 bis 20 Zentimeter für eine wirklich gute Wärmedämmung. Bei einer VHF mit Holzbekleidung sind 18 bis 24 Zentimeter Holzfaser sinnvoll.


Wie lange dauert eine Fassadensanierung?

Die reine Ausführung 4 bis 8 Wochen für ein Einfamilienhaus. Der gesamte Prozess von der Planung bis zur Abnahme dauert 4 bis 8 Monate. Die Bauzeit ist witterungsabhängig, Trockenwetter zwingend erforderlich.


Kann ich während der Fassadensanierung im Haus wohnen?

Ja, das ist der grosse Vorteil einer Fassadensanierung gegenüber einer Kernsanierung. Sie leben im Haus, das Gerüst bleibt aussen. Einschränkungen gibt es nur bei Fensterarbeiten oder beim Fassadenanstrich der jeweiligen Wandseite.


Muss ich für die Fassadensanierung eine Baubewilligung beantragen?

Bei rein energetischer Sanierung ohne Änderung des Erscheinungsbildes meist nicht. Sobald Farbe, Fassadenmaterial, Fensterformat oder Fassadenteile verändert werden, ist eine Baubewilligung erforderlich. Bei denkmalgeschützten Objekten praktisch immer. Eine Voranfrage bei der Gemeinde klärt die Frage.


Fazit

Die Fassadensanierung ist eine der wirtschaftlichsten Sanierungsmassnahmen. Sie sparen Heizkosten, steigern den Immobilienwert, leisten einen Beitrag zum Klimaschutz. Mit Förderung und Steuerabzug sinken die Nettoinvestitionen oft auf die Hälfte der Bruttokosten.

Eine Fassade ist der Ausdruck des Hauses. Wer sie saniert, spricht über Werterhalt, Klimaverantwortung und Zeitqualität zugleich.

Mein Rat aus 20 Jahren Praxis am Bodensee: Beginnen Sie mit einer sorgfältigen Bestandsaufnahme. Investieren Sie CHF 1’500 bis 3’000 in eine unabhängige Beurteilung und Systemwahl, bevor Sie Offerten einholen. Wer diese Vorüberlegung ernst nimmt, spart später Zehntausende Franken. Mehr zur Reihenfolge einer etappierten Sanierung finden Sie in meinem Beitrag zu Kellerausbau als verwandter Maßnahme innerhalb einer Sanierungsstrategie.


Über den Autor

Daniel Dalla Corte ist Architekt und Gründer der Dalla Corte Architects GmbH in Ermatingen am Bodensee. Das Büro ist seit 2006 auf nachhaltige Bauplanung, Fassadensanierungen und energetische Modernisierungen für Wohn- und Gewerbebauten in der Ostschweiz spezialisiert.



Rechtlicher Hinweis: Alle Kostenangaben sind Richtwerte 2026. Konkrete Preise variieren je nach Kanton, Ausbaustandard, Bestand und Marktlage. Für eine seriöse Kalkulation braucht es eine individuelle Bestandsaufnahme.