Mehrfamilienhäuser

Eigenständig wohnen und Nachbarschaft ermöglichen

Bei einem Mehrfamilienhaus muss die einzelne Wohnung stimmen. Ebenso wichtig sind die Räume dazwischen: Eingang, Treppenhaus, Garten und die Stellen, an denen sich die Bewohnerinnen und Bewohner begegnen.

Redaktion: Dalla Corte ArchitectsQuellenstand: 2 Min. Lesezeit

Welche Haushalte sollen hier wohnen können?

Wir entwickeln den Wohnungsmix aus Ort, Grundstück und plausiblen Bedürfnissen. Unterschiedliche Grössen allein ergeben noch keine Vielfalt. Es kommt auch darauf an, wie gut sich Wohnungen möblieren lassen, welche Rückzugsmöglichkeiten sie bieten und wie Aussenräume zugeordnet sind.

Ein Reihenhaus, ein kompaktes Gebäude mit mehreren Wohnungen oder eine aufgelockerte Anordnung können dieselbe Aufgabe unterschiedlich beantworten. Der Vergleich sollte dieselben Ziele zugrunde legen: brauchbare Wohnungen, angemessene Erschliessung und ein verträgliches Verhältnis zur Nachbarschaft.

Wie viel Gemeinschaft passt?

Für uns beginnt Nachbarschaft mit Wahlmöglichkeiten. Ein Eingang kann Begegnung erlauben, ohne jeden Weg durch einen gemeinschaftlichen Aufenthaltsbereich zu führen. Eine Bank am richtigen Ort kann sinnvoll sein; eine grosse Gemeinschaftsfläche braucht eine Vorstellung von Nutzung und Unterhalt.

Auch Einblicke, Geräusche und Wege beeinflussen das Zusammenleben. Wohnräume und private Aussenbereiche sollten nicht beiläufig zu Durchgangszonen werden. Der Gebrauchswert von Wohnanlage und Wohnung ist auch Gegenstand des Wohnungs-Bewertungs-Systems des Bundes. [1]

Was lässt sich auf dem Plan beurteilen?

Möblierte Grundrisse, Schnitte und ein sorgfältiger Umgebungsplan helfen, die alltäglichen Wege nachzuvollziehen. Wo stehen Velos und Kinderwagen? Wie erreicht man den Garten? Wo werden Pakete abgestellt? Solche Fragen sollten beantwortet sein, bevor nur noch die Fassadenmaterialien diskutiert werden.

Für Schall, Hindernisfreiheit, Brandschutz und Haustechnik braucht es die jeweiligen Fachnachweise. Die spätere Eigentums- oder Vermietungsform ist ebenfalls früh mitzudenken, weil sie Entscheidungen über gemeinsame Flächen und deren Betrieb beeinflusst.

Für den Variantenentscheid

  • Wohnungsmix mit konkreten Nutzungsszenarien vergleichen.
  • Privatsphäre und Tageslicht in jeder Wohnung prüfen.
  • Wege vom öffentlichen Raum bis zur Wohnungstür nachvollziehen.
  • Nebenräume und gemeinschaftliche Bereiche vollständig einzeichnen.
  • Zuständigkeit und Aufwand für Unterhalt und Betrieb mitdenken.
  • Auswirkungen auf benachbarte Häuser und Freiräume besprechen.

Ein Haus und ein Stück Nachbarschaft

Wir halten ein Mehrfamilienhaus für gelungen, wenn es eigenständiges Wohnen ermöglicht und zugleich einen guten Beitrag zum Ort leistet. Welche Anordnung diese Aufgabe auf Ihrem Grundstück erfüllt, sollte eine frühe Variantenstudie zeigen.

Quellen und Grundlagen

  1. Bundesamt für Wohnungswesen: Wohnungs-Bewertungs-System

Fragen zu Ihrem eigenen Vorhaben besprechen wir gerne persönlich.

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