Dachausbau

Erst die Möglichkeiten des Hauses prüfen

Ein ungenutzter Dachraum wirkt wie eine naheliegende Wohnreserve. Ob daraus ein gutes Zimmer oder eine eigenständige Wohnung werden kann, entscheidet sich an mehr als der freien Bodenfläche.

Redaktion: Dalla Corte ArchitectsQuellenstand: 3 Min. Lesezeit

Welcher Raum wird tatsächlich gebraucht?

Ein Gästezimmer, ein Arbeitsplatz und eine zusätzliche Wohnung stellen unterschiedliche Anforderungen. Wir klären deshalb die Nutzung, bevor eine Treppe eingezeichnet wird. Soll der Raum täglich genutzt werden? Braucht er ein Bad? Muss er unabhängig erreichbar sein? Ein Ausbau, der viel Fläche im darunterliegenden Geschoss für die Erschliessung beansprucht, kann dort eine neue Schwierigkeit schaffen.

Wie viel nutzbarer Raum bleibt?

Ein Aufmass sollte Höhen, Dachneigung, Tragwerk und bestehende Öffnungen erfassen. Entscheidend ist der Zustand nach dem Ausbau: Dämmung, Bekleidungen und Bodenaufbau verändern die lichten Masse. Eine pauschale Mindesthöhe für sämtliche Dachräume im Thurgau wäre keine verlässliche Planungsgrundlage. Nutzung, geltende Vorschriften und konkrete Geometrie müssen gemeinsam geprüft werden.

Bestehende Pläne lassen Lastreserven oder verdeckte Schäden nicht erkennen. Tragwerksplanung und Bauphysik müssen beurteilen, ob und wie der Ausbau möglich ist. Für ältere Bauteile ist vor Eingriffen auch die Schadstofffrage zu klären. [1]

Wie kommen Licht, Luft und Menschen hinein?

Dachflächenfenster und Lukarnen verändern Belichtung und äussere Erscheinung verschieden. Ein schöner Ausblick allein sagt wenig darüber, wie der Raum an einem heissen Nachmittag funktioniert. Sonnenschutz und die Möglichkeit zur Auskühlung gehören deshalb in den ersten Entwurf. Das BFE behandelt beide als wesentliche Teile des sommerlichen Wärmeschutzes. [2]

Treppenführung, Fluchtmöglichkeiten, Installationen und mögliche Veränderungen des Dachs sollten früh mit den Fachpersonen und der zuständigen Gemeinde besprochen werden. Bei einem geschützten Gebäude kommen die konkret festgelegten Schutzziele hinzu.

Vor der Entscheidung prüfen

  • Gewünschte Nutzung und Zahl der regelmässig anwesenden Personen.
  • Vermessener Schnitt mit allen vorgesehenen Aufbauten.
  • Auswirkungen einer neuen Treppe auf die bestehenden Räume.
  • Tragwerk, Anschlüsse, Leitungswege und Zustand des Dachs.
  • Tageslicht, Verschattung und Auskühlung im Sommer.
  • Baurechtliche Machbarkeit und allfällige Schutzfestlegungen am Standort.

Wohnqualität statt Flächenversprechen

Wir halten einen Dachausbau dann für überzeugend, wenn oben ein brauchbarer Raum entsteht und das übrige Haus mitgewinnt. Eine kleine Vorstudie mit Schnitt und Erschliessung kann diese Frage oft klarer machen als eine frühe Kostenzahl pro Quadratmeter. Gerne sehen wir uns mit Ihnen an, welche Untersuchung für Ihr Dach zuerst sinnvoll ist.

Quellen und Grundlagen

  1. Suva: Asbest, Checkliste für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer
  2. Bundesamt für Energie: Sommerlicher Wärmeschutz

Fragen zu Ihrem eigenen Vorhaben besprechen wir gerne persönlich.

Frage stellen