Bauen im Thurgau
Landschaft und Nachbarschaft als Ausgangspunkt
Redaktion: Dalla Corte ArchitectsQuellenstand: 3 Min. Lesezeit
Was ist am Ort bereits vorhanden?
Wir beobachten zunächst: Wie stehen die Häuser zur Strasse? Wo entstehen Höfe oder Gärten? Welche Wege werden täglich benutzt? Dachformen und Materialien gehören dazu, ebenso Terrain, Vegetation und die Übergänge zwischen bebautem und offenem Raum.
Ein Dorfkern, ein Hang am Untersee und ein locker bebautes Wohnquartier stellen unterschiedliche Aufgaben. Eine allgemeine Vorstellung von «Thurgauer Architektur» wäre dafür zu grob. Wir möchten aus der jeweiligen Situation arbeiten, ohne vorhandene Formen einfach zu kopieren.
Was bedeutet der Ort für Ihr Wohnen?
Die Beziehung zur Umgebung betrifft den Alltag: Ankunft, Blick, Privatheit und Aussenraum. Ein Haus kann sich zur Landschaft öffnen und zugleich einen geschützten Bereich benötigen. Im Entwurf ist abzuwägen, welche Beziehungen gestärkt und wo Grenzen klarer gefasst werden sollten.
Unsere Haltung verbindet dabei Civiltà und Cultura. Gemeint sind der sorgfältige Umgang miteinander und das Weiterarbeiten an einer gewachsenen Umgebung. Diese Begriffe werden erst konkret, wenn sie etwa die Lage eines Eingangs oder den Umgang mit einer vorhandenen Mauer beeinflussen. Das Davos Qualitätssystem bietet einen fachlichen Bezug für eine solche mehrdimensionale Betrachtung von Baukultur. [1]
Welche Grundlagen braucht die Ortsanalyse?
Pläne und Luftbilder zeigen Zusammenhänge, die vor Ort leicht übersehen werden. Besichtigungen ergänzen Geräusche, Licht und tatsächliche Nutzung. Schutzfestlegungen und geltendes Baurecht sind als gesonderte Grundlagen einzubeziehen. Ein überzeugender Entwurf darf nicht auf einer nur vermuteten rechtlichen Möglichkeit beruhen.
Wir trennen zunächst Beobachtungen und Bewertungen. «Die Nachbarhäuser stehen nah an der Strasse» beschreibt einen Befund. Welche Stellung für Ihr Haus angemessen ist, bleibt eine Entwurfsentscheidung, die begründet werden muss.
Den Ort vor dem Entwurf lesen
- Bebauung, Freiräume und alltägliche Wege aufnehmen.
- Gelände, Sonne, Einblicke und Geräusche vor Ort betrachten.
- Prägende Bauteile und Vegetation benennen.
- Rechtliche Vorgaben von gestalterischen Beobachtungen unterscheiden.
- Die Folgen verschiedener Gebäudestellungen im Modell oder Plan vergleichen.
Zeitgemäss weiterbauen
Für uns entsteht Zugehörigkeit nicht durch eine vorgegebene Stilwahl. Sie entsteht, wenn ein neues Haus verständlich auf seinen Ort antwortet. Gerne erkunden wir mit Ihnen, welche vorhandenen Qualitäten den Ausgangspunkt Ihres Vorhabens bilden können.
Quellen und Grundlagen
Fragen zu Ihrem eigenen Vorhaben besprechen wir gerne persönlich.
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