Folge 7: Wenn das Jahr ein Grundriss wäre.

Daniel Dalla Corte • 27. Januar 2026

Was 2025 gezeichnet hat. Und wie wir uns in 2026 darin bewegen können.


Der Januar liegt hinter uns.
Die Neujahrskarten sind beantwortet, die letzten Lichterketten verstaut, der Alltag hat sich wieder eingenistet.
Und doch lohnt ein Blick zurück. Nicht als Pflicht, sondern als Möglichkeit.


Wenn 2025 ein Grundriss gewesen wäre, dann mit einigen Knicken, offenen Räumen, zu engen Durchgängen, aber auch: mit Lichtachsen, tragenden Wänden, neuen Öffnungen.
Nicht spektakulär. Aber durchlässig.
Nicht auf Anhieb logisch. Aber lebendig.


In den Ermatinger Geschäftsmitteilungen stand viel über Pläne, Protokolle, Projekte.
Über Baugesuche, Richtpläne, Neuerschliessungen.
Über Schredder Daten, Sitzungskalender, Stellenausschreibungen.
Doch das, was zwischen diesen Zeilen lag. Das hat dieses Jahr geprägt.


Ein Haus wurde vielleicht nicht gebaut, aber gedacht.
Ein Wunsch nicht formuliert, aber gespürt.
Eine Idee nicht bewilligt, aber im Herzen mitgenommen.


Wir Architekten begegnen diesen Zwischentönen täglich.
Sie erscheinen nicht im Zonenplan, nicht im Volumenkennwert, nicht im Sitzungsauszug.
Aber sie wirken.
Sie prägen Entwürfe, Diskussionen, Entscheidungen.
So wie ein Flur nicht nur Verbindung ist, sondern auch Pause.


2026 beginnt nicht bei null.
Es beginnt in einem offenen Raum.
Und wir dürfen entscheiden, wo wir Wände ziehen. Und wo nicht.
Ob wir Platz schaffen oder behalten. Ob wir etwas zurück bauen oder uns trauen, weiterzudenken.


Vielleicht ist das die grösste Freiheit im neuen Jahr:
Nicht zu bauen, was erwartet wird.
Sondern zu gestalten, was trägt.


Was hat Ihnen Raum gegeben im letzten Jahr? Und was möchten Sie neu anordnen?
Ich freue mich über Ihre Gedanken im Kommentarbereich.
Vielleicht entsteht daraus ein neuer gemeinsamer Grundriss.


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Daniel Dalla Corte
Dalla Corte Architects