Flow und inneres Glück
Eine persönliche Randnotiz.
Über Flow und inneres Glück
Der Unterschied zwischen Flow und innerem Glück. Zwei Zustände, die mich auch in meiner Arbeit als Architekt begleiten.
Flow kenne ich gut aus dem Entwerfen.
Wenn ein Grundriss plötzlich trägt. Wenn Proportionen stimmen. Wenn sich Linien wie von selbst fügen.
Dann wird es ruhig im Kopf.
Ich bin konzentriert.
Klar.
Im Tun.
Im Flow fühle ich mich lebendig.
Ich gestalte. Treffe Entscheidungen. Bringe etwas in Form.
Dieser Zustand ist kraftvoll. Er treibt Projekte voran. Er gibt Richtung.
Und gleichzeitig ist da etwas anderes, das leiser ist.
Inneres Glück.
Es entsteht nicht am Zeichentisch.
Nicht im Termin.
Nicht im nächsten Schritt.
Es zeigt sich oft dazwischen.
Wenn ich einen Raum betrete, der einfach stimmt.
Wenn Licht auf eine Wand trifft und nichts mehr hinzugefügt werden muss.
Wenn ein Ort eine Ruhe ausstrahlt, die sich nicht erklären lässt.
Inneres Glück hat nichts mit Leistung zu tun.
Es ist ein Zustand, in dem nichts fehlt.
Ohne Bewertung.
Ohne Druck.
Ohne die Notwendigkeit, etwas verbessern zu müssen.
Ich merke, wie stark unsere gebaute Umwelt beide Zustände beeinflusst.
Ein gut gestalteter Raum kann Flow ermöglichen.
Klare Strukturen, gute Proportionen, ein funktionierendes Ganzes.
Und gleichzeitig kann Architektur auch inneres Glück berühren.
Durch Licht.
Durch Material.
Durch Stille.
Vielleicht liegt genau darin eine Qualität von Architektur.
Nicht nur Räume zu schaffen, die funktionieren.
Sondern Orte, die beides zulassen.
Bewegung und Ruhe.
Tun und Sein.
Denn dort, wo beides zusammenkommt, entsteht etwas, das sich nicht planen lässt.
Aber spürbar ist.
Daniel Dalla Corte
Dalla Corte Architects

