Gründach und Regenwasser

Den Aussenraum als Teil des Hauses planen

Ein begrüntes Dach und ein Garten mit Regenwasserrückhalt können sinnvolle Teile eines Projekts sein. Sie brauchen jedoch eine gemeinsame Planung von Aufbau, Entwässerung, Nutzung und Pflege.

Redaktion: Dalla Corte ArchitectsQuellenstand: 2 Min. Lesezeit

Wohin fliesst das Wasser heute?

Am Anfang steht eine Aufnahme von Gelände, versiegelten Flächen, Dachentwässerung und bekannten Wasserwegen. Bei Starkregen sind auch die Stellen wichtig, an denen Wasser bei Überlastung schadlos abfliessen soll. Diese Aufgabe lässt sich nicht allein mit einem bepflanzten Dach beantworten.

Das BAFU beschreibt mit dem Schwammstadt-Konzept einen Umgang, der Regenwasser im Siedlungsraum zurückhält und lokale Kreisläufe unterstützt. [1] Welche Massnahmen auf Ihrem Grundstück möglich sind, hängt unter anderem von Boden, Gefälle, Nutzung und örtlichen Vorgaben ab.

Was soll das Dach zusätzlich leisten?

Eine Begrünung kann unterschiedliche Ziele haben: Vegetationsfläche, gestalterische Einbindung oder ein Beitrag zum Regenwasserrückhalt. Diese Ziele sollten ausdrücklich festgehalten werden. Dachneigung, Tragfähigkeit, Abdichtung, Anschlüsse und Wartungszugang müssen dazu passen und fachlich geplant werden.

Bei einem bestehenden Dach ist der mögliche zusätzliche Aufbau zu prüfen. Eine Begrünung darf nicht über ungeklärte Schäden oder unzureichende Anschlüsse gelegt werden. Auch Photovoltaik und Vegetation sollten zusammen angeordnet werden, wenn beides vorgesehen ist.

Welche Rolle spielt der Garten?

Ein durchlässiger Aussenraum kann mehr leisten als ein grosser Anteil versiegelter Fläche. Dennoch ist Versickerung nicht überall uneingeschränkt geeignet oder zulässig. Eine standortbezogene Beurteilung und die Abstimmung mit den zuständigen Stellen sind nötig.

Wir betrachten Wege, Aufenthaltsbereiche, Bepflanzung und Entwässerung als Teil derselben Gestaltung. Pflege gehört dazu. Eine Anlage, deren Unterhalt im späteren Alltag keinen Platz hat, sollte anders geplant werden.

Vor der Ausführung klären

  • Bestehende Wasserwege und örtliche Entwässerungsvorgaben.
  • Bodenverhältnisse und Eignung möglicher Rückhalte- oder Versickerungsflächen.
  • Tragwerk, Abdichtung und Anschlüsse eines begrünten Dachs.
  • Wasserführung ohne Gefährdung auch bei aussergewöhnlichen Situationen.
  • Koordination mit Solaranlagen, Wegen und Aufenthaltsflächen.
  • Zugänglichkeit, Pflegeplan und Verantwortung für den Unterhalt.

Den Aussenraum ernst nehmen

Wir möchten, dass Haus und Umgebung als zusammenhängender Ort funktionieren. Der Umgang mit Wasser kann diese Gestaltung bereichern, wenn technische und alltägliche Anforderungen geklärt sind. Gerne besprechen wir, welche Untersuchung Ihr Grundstück dafür braucht.

Quellen und Grundlagen

  1. BAFU: Konzept Schwammstadt

Fragen zu Ihrem eigenen Vorhaben besprechen wir gerne persönlich.

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