Balkon oder Loggia

Ein Aussenraum, der im Alltag genutzt wird

Ein Balkon ist nur dann ein Gewinn, wenn er tatsächlich genutzt werden kann. Grösse, Tiefe, Lage und Schutz sollten sich daran orientieren, was Sie draussen tun möchten.

Redaktion: Dalla Corte ArchitectsQuellenstand: 2 Min. Lesezeit

Welche Nutzung soll Platz finden?

Ein kleiner Platz für Kaffee braucht andere Abmessungen als ein Esstisch für mehrere Personen. Pflanzen, Liegestuhl und Wäsche benötigen ebenfalls Raum. Wir zeichnen den Aussenbereich mit realen Möbeln und halten dabei den Zugang frei.

Ein Balkon tritt aus dem Gebäude hervor; eine Loggia liegt innerhalb seines Volumens. Daraus können unterschiedliche räumliche Möglichkeiten entstehen. Welche Lösung passt, hängt auch von Belichtung der angrenzenden Innenräume und der Einordnung in die Fassade ab.

Wie geschützt soll der Ort sein?

Sonne, Wind, Regen und Einblicke beeinflussen die Nutzung. Diese Bedingungen sind am konkreten Standort zu untersuchen. Ein guter Ausblick kann wenig nützen, wenn man sich dort ständig beobachtet fühlt. Ein tiefer geschützter Bereich kann angenehm sein und zugleich die dahinterliegenden Räume stärker verschatten.

Der Gebrauchswert des Wohnens ist auch Gegenstand des Wohnungs-Bewertungs-Systems des Bundes. [1] Unsere Abwägung für Ihren Aussenraum beginnt bei den Situationen, die Sie dort erleben möchten, und bei den Auswirkungen auf das Haus.

Was muss technisch geklärt werden?

Tragwerk, Entwässerung, Abdichtung, Schwellen und Absturzsicherung brauchen eine abgestimmte Detailplanung. Bei nachträglich angebauten Balkonen kommen Eingriffe in den Bestand und die baurechtliche Prüfung hinzu. Ein Produktangebot allein beantwortet diese Schnittstellen nicht.

Für Mehrfamilienhäuser sind ausserdem übereinanderliegende Aussenbereiche, Schall und Unterhalt mitzudenken. Zugänglichkeit und späterer Ersatz sollten nicht erst bei einer Reparatur zum Thema werden.

Vor dem Variantenentscheid

  • Gewünschte Nutzung mit realer Möblierung einzeichnen.
  • Sonne, Wind, Regen und Einblicke am Standort beurteilen.
  • Auswirkung auf Tageslicht und Räume im Haus prüfen.
  • Zugang, Entwässerung und Anschlüsse fachlich abstimmen.
  • Bewilligung und Eigentumsfragen beim Bestand klären.
  • Reinigung, Pflege und spätere Reparatur berücksichtigen.

Einen zusätzlichen Lebensraum schaffen

Wir halten einen gut proportionierten, brauchbaren Aussenraum für wertvoller als eine möglichst grosse ungeschützte Fläche. Welche Form Ihren Alltag bereichert, lässt sich gemeinsam mit Grundriss und Ort entwickeln.

Quellen und Grundlagen

  1. Bundesamt für Wohnungswesen: Wohnungs-Bewertungs-System

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