Veränderbar wohnen

Ein Grundriss für mehrere Lebensphasen

Ein Haus wird meist länger genutzt, als die Lebensphase dauert, für die es entworfen wurde. Veränderbarkeit entsteht deshalb an wenigen grundlegenden Stellen: in Erschliessung, Raumzuschnitt, Tragwerk und Installationen.

Redaktion: Dalla Corte ArchitectsQuellenstand: 2 Min. Lesezeit

Welche Veränderung ist wirklich vorstellbar?

Wir arbeiten dazu mit zwei oder drei realistischen Situationen. Ein Kinderzimmer könnte später ein Arbeitsplatz sein. Angehörige könnten zeitweise mitwohnen. Ein Geschoss könnte irgendwann unabhängig genutzt werden sollen. Solche Szenarien stellen unterschiedliche Anforderungen und sollten nicht unter dem Wort «flexibel» zusammengefasst werden.

Ein verschiebbares Möbel macht aus einem Durchgangszimmer noch keinen guten Rückzugsraum. Für eine spätere zweite Wohnung können Zugang, Versorgung, Schallschutz und Bewilligungsfähigkeit entscheidend werden. Diese Fragen gehören früh auf den Tisch.

Was sollte fest sein, was darf sich ändern?

Unsere Entwurfshaltung ist, tragende Struktur und alltägliche Nutzung nicht unnötig eng aneinanderzubinden. Gut proportionierte Räume mit sinnvoll gesetzten Türen lassen oft mehrere Möblierungen zu. Leitungsführung und Erschliessung können Optionen unterstützen oder verhindern.

Mehrgenerationenwohnen braucht dabei auch Distanz. Nähe lässt sich besser freiwillig leben, wenn Rückzug, eigene Abläufe und unterschiedliche Besuchszeiten möglich bleiben. Ein gemeinsamer Raum allein stellt noch keine passende Wohnform her.

Welche Vorsorge lohnt sich heute?

Nicht jede spätere Möglichkeit rechtfertigt einen sofortigen Ausbau. Wir unterscheiden zwischen einer jetzt nötigen baulichen Voraussetzung und einer Ausstattung, die erst bei Bedarf folgt. Die Fachstelle Hindernisfreie Architektur beschreibt den Gedanken anpassbarer Wohnungen als Grundlage für veränderte Bedürfnisse. [1]

Variantenpläne können zeigen, welche Anpassung räumlich denkbar ist. Ob sie technisch und rechtlich umsetzbar wäre, müssen Fachplanung und Standortprüfung klären. Ein mit «später teilbar» beschrifteter Verkaufsplan ist dafür kein ausreichender Nachweis.

Zwei Zukunftspläne gegenüberstellen

  • Heutige Nutzung und eine plausible spätere Nutzung möblieren.
  • Für beide Varianten Zugänge, Rückzug und Stauraum prüfen.
  • Erforderliche Umbauten und bleibende Einschränkungen benennen.
  • Technische und rechtliche Voraussetzungen separat klären.
  • Heutige Mehrkosten gegen den tatsächlich gewonnenen Spielraum abwägen.

Offenheit mit Mass

Wir möchten Häuser so planen, dass nicht jede Lebensänderung einen grundlegenden Umbau verlangt. Welche Vorsorge angemessen ist, hängt von Ihrem Haus und Ihren Vorstellungen ab. Das lässt sich anhand weniger konkret gezeichneter Szenarien gemeinsam prüfen.

Quellen und Grundlagen

  1. Schweizer Fachstelle Hindernisfreie Architektur: Anpassbare Wohnungen aus gutem Grund

Fragen zu Ihrem eigenen Vorhaben besprechen wir gerne persönlich.

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