Sommerlicher Wärmeschutz

Wohnen auch an heissen Tagen

Ein Haus kann im Winter wenig Heizenergie benötigen und sich im Sommer trotzdem unangenehm aufwärmen. Der Umgang mit Hitze gehört deshalb bereits in den Entwurf und in die Planung einer Sanierung.

Dalla Corte ArchitectsFachlich geprüft von Daniel Dalla Corte, Architekt NDS ETHRecherche: 2 Min. Lesezeit

Wo und wann wird es zu warm?

Im Bestand helfen konkrete Beobachtungen: Welche Räume sind betroffen, zu welcher Tageszeit und bei welcher Nutzung? Bleibt die Wärme über Nacht? Können Fenster geöffnet werden, oder verhindern Lärm, Sicherheit und Einblicke das Lüften? Diese Fragen sind hilfreicher als der sofortige Wunsch nach einem bestimmten Kühlgerät.

Bei einem Neubau müssen Orientierung, Fensterflächen, Raumtiefe und Nutzung gemeinsam untersucht werden. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Räume, die bei Hitze lange belegt sind oder dem Schlafen dienen.

Was sollte der Entwurf zuerst leisten?

Das BFE nennt aussenliegenden Sonnenschutz und wirksame Auskühlung als wesentliche Bestandteile des sommerlichen Wärmeschutzes. [1] Ihre Umsetzung muss zum Haus und zur Nutzung passen. Ein Sonnenschutz, der im Alltag wegen Wind, Aussicht oder Bedienung kaum eingesetzt wird, erfüllt seine Aufgabe nur eingeschränkt.

Wir suchen nach Lösungen, die baulich und im Gebrauch nachvollziehbar sind. Verschattung durch das Gebäude und bewegliche Einrichtungen können sich ergänzen. Vegetation kann den Aussenraum verbessern, darf aber nicht als sofort verfügbare, dauerhaft gleichbleibende Verschattung angenommen werden.

Wann braucht es eine genauere Untersuchung?

Grosse Verglasungen, schwierige Lüftungsbedingungen oder besondere Nutzungen können eine detaillierte bauphysikalische Betrachtung verlangen. Dabei sind Annahmen zu Wetter, Belegung und Bedienung offenzulegen. Eine einzelne Visualisierung und ein Dämmwert reichen als Nachweis nicht aus.

Wenn technische Kühlung erwogen wird, gehören Energiebedarf, Geräusche, Regelung und Einbindung in das Gebäude in die Abwägung. Sie sollte auf einer geklärten Aufgabe beruhen. Eine allgemein zugesicherte Innentemperatur wäre ohne definierte Bedingungen nicht belastbar.

Für die Planung festhalten

  • Betroffene Räume, Zeiten und Nutzungen.
  • Orientierung, Fenster und vorhandene Verschattung.
  • Tatsächliche Möglichkeiten zur nächtlichen Auskühlung.
  • Gewünschte Bedienung und Einschränkungen im Alltag.
  • Erforderliche Berechnungen mit nachvollziehbaren Annahmen.
  • Zusammenwirken von baulichen und technischen Massnahmen.

Sommerkomfort mitentwerfen

Für uns gehört ein angenehmer Sommertag im Haus ebenso zur Wohnqualität wie ein warmer Winterabend. Gerne betrachten wir mit Ihnen, welche Entscheidungen an Hülle, Grundriss und Technik dafür früh zusammengeführt werden sollten.

Quellen und Grundlagen

  1. Bundesamt für Energie: Sommerlicher Wärmeschutz

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