Tageslicht, Schatten und Innenhöfe

Den Raum über den Tag verstehen

Ein grosses Fenster verspricht viel Licht. Ob daraus ein angenehmer Raum entsteht, hängt auch von Ausrichtung, Raumtiefe, Verschattung und davon ab, wo Sie tatsächlich sitzen oder arbeiten.

Redaktion: Dalla Corte ArchitectsQuellenstand: 2 Min. Lesezeit

Welches Licht braucht welche Tätigkeit?

Wir lesen einen Grundriss über den Tagesverlauf. Ein Frühstücksplatz stellt andere Ansprüche als ein Bildschirmarbeitsplatz oder ein Schlafzimmer. Auch das Gegenüber zählt: Ein Blick ins Grün kann wertvoll sein, während eine grosse Öffnung direkt zur Nachbarterrasse Zurückhaltung verlangt.

Mehr Glas ist deshalb für uns kein eigenständiges Entwurfsziel. Wir suchen nach einer passenden Beziehung zwischen geschlossenem Wandanteil, Öffnung und Raumnutzung. Eine tiefe Fensterlaibung, ein seitlicher Lichteinfall oder ein kleiner Hof können räumlich viel bewirken.

Was zeigt eine Visualisierung nicht zuverlässig?

Ein einzelnes Bild hält eine gewählte Stimmung fest. Es zeigt nicht automatisch den ungünstigsten Sonnenstand, Blendung oder den Schatten eines Nachbarhauses. Für den Variantenvergleich sind Orientierung, Gelände, Nachbarvolumen und Jahreszeiten einzubeziehen. Je nach Aufgabe braucht es eine fachliche Tageslicht- oder Verschattungsuntersuchung.

Ein Innenhof kann Licht in ein tiefes Gebäude bringen. Er benötigt aber angemessene Proportionen, eine Nutzungsidee und eine Lösung für Entwässerung und Pflege. Ein sehr enger Hof ist nicht allein durch seine Bezeichnung ein guter Aussenraum.

Wie gehören Licht und Sonnenschutz zusammen?

Wo die Sonne erwünscht ist, kann sie zu anderen Zeiten belasten. Der sommerliche Wärmeschutz muss deshalb mit der Fensterplanung entwickelt werden. Das BFE nennt aussenliegenden Sonnenschutz und Auskühlung als wichtige Massnahmen. [1] Ein später ergänztes Gerät sollte kein Ersatz für diese frühe Abstimmung sein.

Für eine Lichtbesprechung

  • Hauptaufenthaltsorte und Tätigkeiten im Grundriss markieren.
  • Himmelsrichtungen, Nachbarbauten und relevante Vegetation erfassen.
  • Morgens, mittags und abends unterschiedliche Situationen betrachten.
  • Einblicke, Blendung und sommerliche Verschattung gemeinsam prüfen.
  • Bei Höfen Nutzung, Pflege und Zugang mitzeichnen.

Licht als Teil des Wohnens

Wir möchten Licht nicht nur inszenieren, sondern für Ihren Alltag nutzbar machen. Ein Raum darf helle und ruhigere Bereiche haben. Welche Öffnungen dafür an Ihrem Ort sinnvoll sind, lässt sich an wenigen gezielt untersuchten Varianten besprechen.

Quellen und Grundlagen

  1. Bundesamt für Energie: Sommerlicher Wärmeschutz

Fragen zu Ihrem eigenen Vorhaben besprechen wir gerne persönlich.

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