Kreislaufgerecht bauen

Bauteile erhalten, wiederverwenden und trennen

Bevor ein Bauteil ersetzt wird, lohnt sich die Frage, ob es erhalten, repariert oder an anderer Stelle weiterverwendet werden kann. Diese Entscheidung muss früh fallen, solange Rückbau und Entwurf noch offen sind.

Redaktion: Dalla Corte ArchitectsQuellenstand: 2 Min. Lesezeit

Was kann am Ort bleiben?

Wir beginnen mit einer Bestandsliste. Tragwerk, Türen, Böden und Einbauten verdienen eine einzelne Beurteilung. Erhalten bedeutet dabei nicht, jeden Bauteil um jeden Preis zu bewahren. Zustand, Eignung und neue Nutzung müssen zusammenpassen.

Die räumliche Planung kann den Erhalt erleichtern oder verhindern. Wird eine brauchbare Treppe früh als Ausgangspunkt verstanden, entstehen andere Varianten, als wenn sie erst nach dem fertigen Entwurf berücksichtigt wird. Für uns gehört diese Offenheit zur Verantwortung beim Weiterbauen.

Wiederverwenden oder recyceln?

Bei der Wiederverwendung bleibt ein Bauteil als Bauteil im Gebrauch. Beim Recycling wird Material aufbereitet. Diese Wege sind nicht gleichzusetzen. ecobau berücksichtigt Kreislaufaspekte in der Materialbeurteilung. [1] Eine Bezeichnung wie «Recyclingbeton» beantwortet noch nicht alle Fragen zu Eignung, Zusammensetzung und Umweltwirkung des konkreten Bauteils.

Für gebrauchte Elemente sind Masse, Zustand, Schadstofffreiheit und erforderliche Nachweise zu klären. Bei älteren Bauteilen darf die Schadstoffabklärung nicht aus Begeisterung für Wiederverwendung übersprungen werden. Die Suva weist insbesondere bei Gebäuden vor 1990 auf mögliche Asbestvorkommen hin. [2]

Wie verändert sich der Ablauf?

Verfügbare Bauteile müssen zum Projekt passen und rechtzeitig gesichert werden. Demontage, Lagerung, Transport und Anpassung gehören in den Leistungsumfang. Auch Verantwortlichkeiten für Prüfung und Einbau sind festzulegen. Eine vermiedene Neuanschaffung bedeutet nicht automatisch tiefere Gesamtkosten.

Beim Neubau würden wir zusätzlich fragen, wie sich Bauteile später zugänglich reparieren und möglichst sortenrein trennen lassen. Verbindungen und Schichten sind dafür ebenso wichtig wie die Materialnamen.

Vor dem Rückbau festhalten

  • Erhaltenswerte und wiederverwendbare Bauteile inventarisieren.
  • Zustand, Masse und erforderliche Nachweise prüfen lassen.
  • Schadstoffe vor Demontage oder Weitergabe abklären.
  • Lagerung, Transport und Anpassungsarbeiten organisieren.
  • Verantwortlichkeiten und Kosten vollständig beschreiben.
  • Den Entwurf an verfügbare Qualitäten anpassen, wo dies sinnvoll ist.

Weiterverwenden als Entwurfsaufgabe

Wir sehen Kreislaufdenken als sorgfältigen Umgang mit dem Vorhandenen. Es braucht Planung und ehrliche Abwägungen. Bei Ihrem Umbau können wir gemeinsam untersuchen, welche Bauteile den nächsten Lebensabschnitt des Hauses mittragen sollten.

Quellen und Grundlagen

  1. ecobau: Methodik zur Beurteilung von Baumaterialien
  2. Suva: Asbest, Checkliste für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer

Fragen zu Ihrem eigenen Vorhaben besprechen wir gerne persönlich.

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