Hindernisfrei wohnen

Zugänge und Räume früh mitdenken

Eine einzelne Stufe kann später den Alltag bestimmen. Wer Zugänge und Bewegungsflächen früh plant, muss über ein hindernisarmes Zuhause nicht erst nachdenken, wenn eine Einschränkung bereits da ist.

Redaktion: Dalla Corte ArchitectsQuellenstand: 2 Min. Lesezeit

Welche Wege müssen funktionieren?

Wir betrachten den Weg von der Strasse bis zu den täglich benutzten Räumen. Der schwellenlose Eingang hilft wenig, wenn dahinter eine enge Treppe die einzige Verbindung zum Bad ist. Auch das Tragen von Einkäufen, ein Kinderwagen oder eine vorübergehende Verletzung können zeigen, wo ein Haus unnötig schwierig wird.

Für den Entwurf ist wichtig, welche Räume auf einer Ebene erreichbar sein sollen und welche Hilfe später denkbar wäre. Solche Überlegungen betreffen den Grundriss und sollten vor der Wahl einzelner Produkte stattfinden.

Was bedeutet anpassbar?

Die Fachstelle Hindernisfreie Architektur unterscheidet den Gedanken einer anpassbaren Wohnung von einer Ausstattung für einen bereits feststehenden individuellen Bedarf. [1] Für uns heisst das: Bauliche Voraussetzungen dort vorbereiten, wo eine spätere Änderung sonst unverhältnismässig aufwendig würde.

Eine bodengleiche Dusche allein macht noch kein geeignetes Bad. Türlage, Bewegungsfläche, Einbauten und die mögliche Unterstützung durch eine zweite Person müssen zusammenpassen. Konkrete Abmessungen sind aus dem Bedarf und den anwendbaren Anforderungen fachlich festzulegen.

Was ist vorgeschrieben, was wünschen Sie zusätzlich?

Gesetzliche Anforderungen und persönliche Vorsorge sind getrennt zu klären. Für ein Vorhaben im Thurgau müssen Gebäudetyp, Nutzung und geltende Vorgaben geprüft werden. Es wäre unzutreffend, dieselben Pflichten pauschal für jedes Einfamilienhaus und jedes Mehrfamilienhaus zu behaupten.

Möblierte Pläne und Schnitte zeigen mögliche Engstellen. Ob ein Zugang technisch richtig gelöst ist, braucht eine Prüfung der Höhen, Anschlüsse und Details. Bei einem konkreten Unterstützungsbedarf sollte die betreffende Person in die Planung einbezogen werden.

Den Alltag durchgehen

  • Weg von Strasse und Parkplatz bis zur Wohnung prüfen.
  • Schlafen, Bad und Aufenthalt auf sinnvoll erreichbaren Ebenen anordnen.
  • Türen, Bewegungsflächen und Möblierung zusammen beurteilen.
  • Heutige Anforderungen und spätere Anpassungen getrennt beschreiben.
  • Anwendbare Vorschriften und Nachweise mit Fachpersonen klären.

Selbstständigkeit räumlich unterstützen

Wir verstehen gute Zugänglichkeit als Qualität des Hauses. Sie sollte sich selbstverständlich in die Architektur einfügen. Welche Voraussetzungen für Ihr Zuhause sinnvoll sind, besprechen wir gerne anhand Ihres Alltags und der vorhandenen oder geplanten Räume.

Quellen und Grundlagen

  1. Schweizer Fachstelle Hindernisfreie Architektur: Anpassbare Wohnungen aus gutem Grund

Fragen zu Ihrem eigenen Vorhaben besprechen wir gerne persönlich.

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